Unsere Seele auf der Suche nach Heimat

Wie schön ist es denke ich für uns alle, wenn wir in uns und in der Welt das Gefühl  haben, wir sind wirklich zu Hause, wir sind wirklich angekommen und haben für uns echte Heimat gefunden. Wie schön wäre es, wenn wir zu Hause, bei unseren Eltern, mit unserem Partner, mit unseren Kindern und Freunden, uns vollkommen entspannt und angstfrei bewegen könnten und dort eine Energie der Harmonie, des gegenseitigen Respekts, des achtsamen Umgangs miteinander herrschen würde. Diese und andere positive Gefühle sollten aus meiner Sicht in der Familie, in der wir aufwachsen ein ganz selbstverständliches Gefühl für alle sein, die darin leben und daran teilhaben.Für ein Kind sollte das Elternhaus und die Familie ein Ort tiefer Geborgenheit, tiefer Liebe, tiefer Wärme und tiefer Zuneigung sein. Dieser Ort des elterlichen und familiären Zuhause, sollte dem Kind Schutz geben, Sicherheit geben und das Gefühl geben, du bist herzlich willkommen und für uns  ein wunderbares Geschenk, über das wir uns unendlich freuen. Dieser Ort, bei den Eltern und bei der Familie sollte für das Kind ein Ort sein, wo es  großen Respekt, Achtsamkeit und Empathie erlebt.

Doch wenn wir wirklich ehrlich zu uns selbst sind und wenn wir aufgehört haben, unser erlebtes Leiden in unseren Kindheitstagen zu verdrängen, haben viele von uns wohlmöglich diesen Ort nicht als einen Ort erlebt, der voll war von Schönheit, Liebe, Wärme, zärtlicher Zuneigung, Schutz und allen positiven Attributen.

Viele von uns haben ihre Kindheit als etwas erlebt, das alles andere als ein  kindliches Paradies gewesen ist. Stattdessen erlebten wir elterliche und familiäre Übergriffe, Respektlosigkeit, Grenzmissachtung, Entwertung, körperliche und seelische Gewalt, Missbrauch und Misshandlungen. Wir wurden dressiert, genötigt, gepeinigt und verletzt. Wir wurden nicht wirklich gehört, gesehen und verstanden. Wir erlebten vieles Unschönes und waren oft ohnmächtig gegenüber der elterlichen und familiären Macht und waren zugleich als Kind ganz alleine mit unseren Gefühlen der Sorgen, der Ängsten, des nicht richtig Sein, des nicht gut genug Dein und des verloren Seins.

Durch dieses negative Erleben in unserer Kindheit, das über viele Jahre hinweg für uns natürlicher Alltag gewesen ist, lernten wir eine friedvolle, warmherzige, echte harmonische, wohltuende und angstfrei Heimat nie wirklich kennen. Stattdessen lernten wir, dass Heimat ein sehr gefährlicher und unsicherer Ort ist, wo wir nie wirklich wissen können, was der nächste Augenblick an Schrecken bringt.Dadurch lernten wir wiederum uns nie wirklich geborgen und sicher zu fühlen, konnten nie wirklich loslassen, entspannen und abschalten, da ein Teil in uns immer auf Gefahr, auf Achtung, auf Vorsicht und auf der Hut sein müssen geschaltet war.

Einige Jahre später finden wir uns dann in einem erwachsenen Leben wieder, mit all unserem verdrängten Schmerz, mit all unserer Verwirrung, mit all unseren Neurosen und mit all unserem abgespalten Sein und sind ohne es zu wissen nun auf der Suche nach echter, schöner, heilsamer, friedvoller und angstfreier Heimat.

Manche von uns versuchen sich das alles dann mit einer eigenen Familie selbst zu erschaffen und scheitern letztendlich daran, weil die  Wunden aus ihrer Kindheit ungesehen bleiben und in ihnen nicht geheilt sind.
Andere suchen ihre Heimat mit der Flucht nach vorne und in die Zukunft.
Andere wiederum irren in der Welt rastlos umher, um endlich den perfekten Platz, mit dem perfekten Partner finden  zu wollen,  wo sie endlich das langersehnte Gefühl von Heimat spüren können. Dennoch bleiben sie rastlos, weil Stillstand für sie erstmal bedeuten würde, all dem Leiden in ihnen wieder begegnen zu müssen. Die Angst ihren Kindheitsschmerz noch einmal durchleben zu müssen, treibt sie dazu an, immer in Bewegung zu bleiben. Sie sind gefangen darin, einerseits endlich ankommen zu wollen und anderseits bloß nicht stehen bleiben und fühlen müssen.
Ein anderer Teil von Menschen versucht seine Heimat in einer Religion, bei einem Guru, in der Spiritualität und in Transformationsprozessen zu finden um nicht selten festzustellen, dass sie sich noch zerrissener fühlen als zuvor und sich alles irgendwie  eher wie eine Pseudoglücksgemeinschaft und Pseudoglücksheimat anfühlt. Nach dem Motto, wir sind alle Eins, haben uns alle lieb und verstehen und alle super gut.

Egal wo auch immer wir im Leben stehen, ich glaube, wir alle sind tief in unserem Herzen auf der Suche nach wahrer schöner Heimat und nach dem perfekten Wohlfühlort in uns und in dieser Welt.

Ich finde, diesen Ort der perfekten Heimat können wir wieder finden und zwar dann, wenn wir uns Stück für Stück unserem verletzten inneren Kind zuwenden und ihm Heilung schenken.Wir können diesen Ort der heiligen Heimat wieder betreten, wenn wir uns auf den Weg machen, um den alten UR-Wunden aus unserer Kindheit Heilung zu geben.

Erst wenn der Frieden in uns einkehrt, erst wenn unser rastloses Herz endlich in zarter Geborgenheit zur Ruhe findet, dann denke ich, werden wir wahre Wohlfühlheimat in uns und in der Welt finden.Erst wenn der erlebte Krieg aus unserer Kindheit nicht mehr in unseren Köpfen umherschwirrt und uns auf negative und zerstörerische Weise beherrscht, erst wenn unser Körper, unsere Seele und unser Geist nicht weiter von all dem vielen Negativen vergiftet wird, dann wird uns denke ich eine Heimat offenbart werden, die uns wohlmöglich das Paradies auf Erden erleben lässt.

5 Gedanken zu “Unsere Seele auf der Suche nach Heimat

    • Liebe Karin, sehr gerne. 🙂 und lieben Dank für deine Wünsche.
      Ich wünsche Dir auch eine wunderbare (Weihnachts)Zeit, geschmückt mit vielen schönen und heilsamen Momenten.

      Alles Liebe für Dich
      Norbert

  1. vielen herzlichen dank für diese Gedanken und worte
    und alles ist möglich, ich darf am frieden mitgestalten, der bei mir beginnt

    ein frohes fest dir und deinen lieben
    wünscht dir Mathilde

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